Interessantes im Monat April

Allgemein, Im Atelier

Immer wieder bin ich im Internet unterwegs, um nach interessanten Themen, K√ľnstlerinnen oder Ausstellungen und Veranstaltungen Ausschau zu halten und das weltweit. Ich setze mir allerdings zeitlich Grenzen, damit die Stunden nicht einfach an mir vorbeirauschen und ich mich im Netz verliere. Oftmals dient es einfach nur als Stimulation, manchmal f√ľhrt es dazu, dass ich in meinen eigenen Werken Schritte weiterkomme, wenn ich andere Werke betrachte oder ich halte es f√ľr so interessant, dass ich auf dem Blog dar√ľber berichte. Da es ja nicht der erste Blog ist, an dem redaktionell arbeite, habe ich mir gewisse Regeln gesetzt. Dazu geh√∂rt auch, selbst noch so interessante K√ľnstlerinnen nicht unter Favoriten abzulegen und immer mal wieder zu schauen, was sie machen, sondern sie bewusst wieder zu „verlieren“. Ich hoffe so meine eigenen Ideen unabh√§ngig und wenig beeinflusst weiterzuverfolgen¬† und meinen Kopf nicht zu sehr mit fremden Bildern zu f√ľllen. Ich glaube, bisher ist mir das auch recht gut gelungen.

Internet oder Printmedien

Genauso inspirierend wie¬†Berichte im Internet sind f√ľr mich immer noch die Printmedien. Ich liebe es, Zeitschriften, B√ľcher oder Kataloge in der Hand zu halten und insbesondere Texte zu Kunst und Kultur¬†jederzeit¬†lesen zu¬†k√∂nnen und mich in ihre Inhalte zu vertiefen.
Am Anfang jeden Monats erhalte ich die Kunstzeitung, die in vielen Museen umsonst ausliegt. Ich habe sie abonniert, denn ich halte ihre Berichterstattung f√ľr ausgesprochen unabh√§ngig und kritisch. Nat√ľrlich kann ich hier nicht in aller Ausf√ľhrlichkeit zu allen Nachrichten Stellung beziehen, aber folgende … fand ich sehr interessant und auch an dieser Stelle erw√§hnenswert:

  • Nach einer Allensbach Umfrage zum Interesse an Kunst und Kultur ist das Desinteresse an diesen Themen dramatisch zur√ľckgegangen, insbesondere bei der jungen Generation, in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent. Hat das auch Auswirkungen auf unsere Kunst und wenn ja, in welchem Ma√üe und wie zeigt sich diese Ver√§nderung? Direkte Ursachen k√∂nnen nicht genannt werden, aber, ich zitiere.“ Der springende Punkt ist jedoch das Verblassen des Glaubens an die Kunst. Jenes Glaubens, dass Kunst einen Wert hat, der ihren materiellen Wert weit √ľbersteigt; dass sie etwas ausstrahlt, das unerkl√§rlich, erregend und geheimnisvoll ist, dass sie einen heftigen Disput ebenso lohnt wie die Anstrengung, sich mit ihr zu besch√§ftigen. Dass sie ein unvergessliches Erlebnis zeitigen und einen neuen Blick auf die Welt er√∂ffnen kann – vielleicht gelegentlich Gl√ľcksmomente erzeugt. Kurzum, dass sie eine Gro√üe Erz√§hlung“ verk√∂rpert… (Klaus Honnef, Kunstzeitung April 2018, Seite 6)
  • In dem Zusammenhang ist es auch interessant zu erfahren, dass der neue Bundeskulturausschu√ü, der sich aus achtzehn Personen, 10 M√§nnern und acht Frauen aus allen gew√§hlten Parteien, zusammensetzt, niemanden dabei hat, der in irgendeiner Art und Weise bisher mit Kunst und Kultur in Beziehung stand. Das spricht f√ľr sich. (Karl-Heinz Schmid, Kunstzeitung, April 2018, Seite 5)
  • einen Anzeige auf der zweiten Seite der Zeitung l√§sst mich dann aufhorchen: Claudia Kallscheuer hat den Kunstpreis der Stadt D√ľren erhalten. Ihre Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum D√ľren unter dem Titel Clear and Cloudy ist noch bis zum 10.6.2018 zu sehen. Mehr Informationen zur K√ľnstlerin finden Sie hier

Alle zwei Monate liegt bei mir eine weitere Publikation auf dem Tisch: Kunstforum International, eine Zeitschrift f√ľr alle Bereiche der Bildenden Kunst. Es scheint so etwas wie einen Zeitgeist zu geben, der sich unmerklich verbreitet: Thema der 334 Seiten starken Publikation: Vom Sinn der Kunst – Wozu Kunst? Was kann Kunst? Wie denkt Kunst? Der Schwerpunkt wird mit Interviews, Essays, Fragen an Philosophen und Gespr√§chen mit Kunstvermittlern sehr intensiv bearbeitet. Daf√ľr brauche ich Zeit, Ruhe und Mu√üe, um¬†mich mit den einzelnen Aspekten auseinanderzusetzen. Sicher werde ich Ihnen √ľber die ein oder andere Idee, die mich besonders gefesselt hat, berichten. Hier erf√§hrt man auch sehr ausf√ľhrlich Neues √ľber Messen und M√§rkte, √ľber Ausstellungen und Biennalen, √ľber Kulturpolitik, Galerien, Ausschreibungen und vieles andere mehr. Gespr√§che mit K√ľnstlerInnen sind auch immer wieder zu finden. Bei einer Serie in mehreren Folgen geht es um das Zeichnen zur Zeit. Nach einer Einleitung werden acht K√ľnstlerInnen vorgestellt, die sich mit dem Thema „Zeichnen“ in ihrem Werk auseinandersetzen. Spannend! Es gibt also viel zu entdecken und zu lesen und das braucht Zeit.

Im Atelier

An anderer Stelle m√∂chte ich¬†aber auch weiterkommen. Und so finde ich mich mal mehr und mal weniger lange in meinem Atelier wieder, wo ich unterschiedliche Projekte verfolge. Ich darf an dieser Stelle verraten, dass ich im n√§chsten Jahr eine Ausstellung plane und nun auf dem Weg bin, ein Konzept zu entwickeln und neue Arbeiten anzufertigen. So einfach, wie es sich anh√∂rt, ist es allerdings nicht. Es braucht Zeit, es¬†wird wachsen, die Ideen und Vorstellungen werden konkretisiert. Schauen Sie einfach mal √ľber meine Schulter und begleiten Sie mich vier Tage

Linie und Zeichnung beschäftigt mich immer wieder aufs neue. Das sehen Sie ja auch in meiner Galerie. Es entstehen immer wieder kleinere oder größere Serien, bei denen ich Möglichkeiten und Werkzeuge erkunde, aber auch die Linie selbst immer wieder einer Betrachtung unterziehe.

Linien mit der Feder gezogen

mit Feder und Tusche

auf Leinen mit Textilfilzstift

mit Fineliner auf Papier und gestickter Linie

Am nächsten Tag habe ich mehr Zeit und ich wende mich Collagen zu.

Auf dem Weg zur Collage

ausgewähltes Material

ein Ausschnitt mit Hand- und Maschinenstickerei

ein vorläufiges Ergebnis

Ich arbeite auch an einem gr√∂√üeren Werk. Dazu brauche ich wieder Einzelelemente, die ich¬†bereits in gen√ľgender Anzahl gefertigt habe. Nun will ich pr√ľfen, ob sie wirklich f√ľr diese Arbeit geeignet sind. F√ľr den Einsatz, den ich geplant hatte, sind sie nicht geeignet, aber an einer anderen Stelle unterst√ľtzen sie den Inhalt um ein Vielfaches. Also werden sie dort festgen√§ht. Vorher habe ich noch viele textile Linien eingekn√ľpft und mit dem Kreuzstich Fl√§chen ausgearbeitet.

bestickte Filzelemente…

finden einen Platz…

weiter wird gestickt und…

gekn√ľpft

Am vierten Tag komme ich wieder auf meine Linienzeichnungen zur√ľck.

erneutes Linienziehen…

auf Papier

Ich hoffe der k√ľnstlerische Rundgang hat Ihnen Spa√ü gemacht.

Wenn Sie immer noch nicht genug haben und sich noch intensiver √ľber Ausstellungen informieren wollen, dann wechseln Sie doch zu Gudrun Heinz