Mein Raffiastoff !

Entdeckungen


In der vergangenen Woche hatte ich ja von den schönen Geschenken erzählt, die bei mir so nach und nach eingetroffen sind. Heute möchte ich Ihnen nun einige Fotos von meinem Raffiastoff zeigen:






So sieht das gute Stück aus. Interessant ist der Bruch im Muster in der Mitte der Fläche. Hat es damit zu tun, daß kleine Fehler eingebaut werden müssen, weil man sich nicht mit den Göttern gleichsetzen darf? Eine solche Regel kennt man doch auch von Quilts, nicht wahr?






Hier kann man ein wenig mehr von der Haptik erahnen.






Die Oberfläche wird hier noch deutlicher.






Und so sieht die RĂĽckseite aus. Deutlich erkennt man das Gewebe und man bekommt auch eine Ahnung vom Material.

Ein kleiner Stamm aus dem Königreich Kuba, der heutigen demokratischen Republik Kongo, vormals Zaire, fertigt diese Art von Textilien seit hunderten von Jahren. Sie wurden als religiöse Gewänder, als Mitgift und Statussymbole verwendet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Produktion eingestellt. So sind diese fantastischen Arbeiten zu wahren Sammlerstücken geworden.

Zu der Geschichte dieser Stoffe ist ein interessantes Buch mit zahlreichen Abbildungen erschienen:

Shoowa Design – African textiles in the Kingdom of Kuba,  George Meurant

ISBN-13 : 978-0500973318

Gebundene Ausgabe : 206 Seiten

Thames & Hudson Ltd; 1. Edition (2. Februar 1987)

Aber Vorsicht! Wundern Sie sich nicht ĂĽber die hohen Preise, wenn Sie nach dem Buch schauen.

An dieser Stelle möchte ich einer Leserin des Blogs danken, die mir den Hinweis zu dem Buch gegeben hat und auch die Anmerkung zu den Fehlern in den Stoffen. Ich selbst habe noch wunderschöne Abbildungen bei Pinterest entdeckt und meiner Pinwand antike Textilien hinzugefügt.

Hier schleicht sich noch ein weiteres Material ein, das besonders gut zu den Raffiestoffen passt.










Es handelt sich um Kokosfaser.






Durchscheinend an einer Seite…






… ist hier noch die Kokospalmenrinde zu erahnen. Fantastisch, diese Flächenbildung, die nicht von Menschen erfunden, sondern von der Natur so ausgebildet worden ist. Da fällt mir sofort das Stichwort Bionik ein. Diese Wissenschaft versucht Phänomene der Natur auf die Technik zu ĂĽbertragen. Ich denke, es gibt noch so viel in der Natur, aber auch in der Geschichte der textilen Welt zu entdecken. Leider fehlt die Zeit, sich mit  allen Möglichkeiten textiler Techniken intensiv auseinanderzusetzen. Da braucht man schon ein zweites Leben… mindestens…