TaschentĂŒcher oder die Poesie des Augenblicks

meine Werke, Poetisches

Seit fĂŒnf Jahren oder lĂ€nger entstehen in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Serien rund ums Taschentuch. StofftaschentĂŒcher flattern mir fast schon von selbst ins Haus, denn sie wissen, dass ich sie behutsam bewahre, genau betrachte und nach Möglichkeit passend interpretiere. Es sind bisher weiße DamentaschentĂŒcher aus Stoff mit und ohne Spitzenrand und auch die ein oder anderen HerrentaschentĂŒcher bei mir angekommen. Aktuell liegen noch sicher an die dreizig weiße StofftĂŒchlein in meinem Reservoir. Sie sind alle schon benutzt worden, wahrscheinlich von MĂŒttern, die ihren Kinder damit die Nase geputzt oder den Mund abgewischt haben. Vielleicht sind es aber auch TaschentĂŒcher, die im HandtĂ€schchen mit in die Kirche genommen wurden oder zu besonderen AnlĂ€ssen, vielleicht als die Tochter oder der Sohn verreisten, ihren Einsatz fanden, z.B. um hinter dem Zug oder dem Auto herzuwinken. Viele der TaschentĂŒcher sind schon ganz dĂŒnn „gelebt“, mit Löchern oder Rissen. Was mögen fĂŒr Geschichten dahinterstecken? Wenn sie doch ein wenig erzĂ€hlen könnten…

Ich habe in der ersten Serie nicht die TaschentĂŒcher und die FlĂ€che fĂŒr sich stehen lassen, sondern mit zusĂ€tzlichem Material die Komposition ergĂ€nzt. Schauen Sie selbst:

… Taschentuch auf Stoff und Garn …
…Stoff und Wildleder und noch ein wenig Stoff und rotes Garn …
… Taschentuch auf Taschentuch, Seidenchiffon, und rotes Garn und der Zauber des regelmĂ€ĂŸigen Vorstichs …
… und noch einmal eine Schichtung dieses Mal sind noch Stoffetiketten mit im Spiel …
… zwei TaschentĂŒcher mit einem kleinen Exkurs in der Mitte…

Dann habe ich mich der Herausforderung gestellt, kein zusÀtzliches Material zu ergÀnzen sondern nur das Tuch und das Garn, altes rotes Handarbeitsgarn, einzusetzen.

… kleine Milchstraße …
… doch noch ein wenig anderes Material …
… Feldforschung …
… sehr grafisch mit Löchern …
… immer im Kreis …
… noch eine Gallaxie …
… schwarze Löcher …
… Spiralnebel …
… verwundet …

Warum nenne ich diese Arbeiten Poesie des Augenblicks? Nun, sie sind alle „nebenher“ entstanden, sozusagen als Skizzen fĂŒr grĂ¶ĂŸere Werke. Ein, maximal zwei Abende dauerte die Ausarbeitung, also doch nur wenige Sekunden, wenn ĂŒberhaupt, im Universum.


Ausstellungen:

Schauen Sie doch wieder einmal bei Gudrun Heinz vorbei, die sehr viele interessante Ausstellungen vorstellt: https://blog.bernina.com/de/2019/05/ausstellungstipps-juni-2019/


Im PartoutÂź Kunstkabinett findet eine neue Ausstellung unter dem Titel „Sommerfrische“ statt. http://www.partout-kunstgeschichte.de