Wer wird ausgewÀhlt?

Ausstellungen

Heute bin ich in Heidelberg. Ich werde allerdings nicht die Stadt besichtigen, sondern ich stelle mich mit anderen Jurymitgliedern und Dr. Kristine Scherer, der Leiterin des Museums, der Aufgabe, aus den eingereichten Werken zur nĂ€chsten Quilttriennale diejenigen auszuwĂ€hlen, die am Ende des Jahres im Textilmuseum zu sehen sein werden. Es ist fĂŒr mich nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Herausforderung und ich bin gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird.

Da ging es los!

Heidelberg und dieser Wettbewerb haben fĂŒr mich eine besondere Bedeutung. 1989 habe ich mich zum ersten Mal an einem öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Das war damals noch die sogenannte Quiltbiennale. Ich wurde angenommen. Das gab mir so viel Schwung, dass ich meinen Entschluss, mich mit meiner Kunst selbstĂ€ndig zu machen, sehr bald in die Tat umgesetzt habe.

Eine Herausforderung

Der Wettbewerb hat mich immer wieder herausgefordert. Ich habe seit dem ersten Mal sechsmal daran teilgenommen. Ablehnungen waren auch dabei. Da muss  man bei der Benachrichtigung erst einmal schlucken. Andererseits trainiert es den Umgang mit solchen Entscheidungen. Und es fordert dazu heraus, sich seine Werke noch einmal gut anzuschauen und zu ĂŒberlegen, wo der Knackpunkt denn hĂ€tte liegen können. Nicht immer war mir die Entscheidung einsichtig. Ich habe mir, auch wenn ich abgelehnt wurde, immer die Ausstellungen bei der Eröffnung angeschaut und hatte so einen direkten Blick auf die Auswahl. Nicht selten drĂŒcken Bilder im Katalog nicht das aus, was an Ausdruck im Kunstwerk steckt. Außerdem war es immer schön, Kolleginnen zu treffen und sich mit begeisterten Textilerinnen zu unterhalten.

Wenig ĂŒberzeugend

Nicht immer habe ich mich beworben. Es konnte passieren, dass die Idee, die ich fĂŒr den Wettbewerb umsetzen wollte, einfach nicht so ĂŒberzeugend war, wie ich es mir gedacht hatte.
Und wenn ich es besonders gut machen wollte, hatte ich einen Knoten im Kopf, der sich nicht so ohne weiteres auflösen ließ. Ich habe dann irgendwann entschieden, nicht mehr speziell fĂŒr einen Wettbewerb zu nĂ€hen, sondern auf meinem Weg zu bleiben und aus diesem Fundus eine Arbeit auszuwĂ€hlen. Das ist meiner ganzen kĂŒnstlerischen Arbeit gut bekommen.

Angenommen

Ich habe in meinem Archiv nach Fotos der Quilts gesucht, die seit 1989 ausgewĂ€hlt wurden. Sehen Sie selbst. Und bitte, sehen Sie mir die FotoqualitĂ€t der ersten zwei Werke nach. Da gab es noch nicht die digitale Fotografie. Außerdem hatte ich absolut kein Geld fĂŒr einen professionellen Fotografen und auch die Bildbearbeitung am heimischen Computer steckte noch in den Kinderschuhen.

Labyrinth, 1988

Skyline, 1989

shadows and light, 1996

Die Decke des MÀrchenerzÀhlers, 2009

Zeitgleich, 2011

Zeitgleich, zweite Seite

ErzÀhlt mir eure Geschichten, 2014