8. Europäische Quilttriennale 2021 Textilsammlung Max Berk Heidelberg

Ausstellungen, Entdeckungen, meine Werke


Nun also ist es endlich soweit. Seit Sonntag ist die Ausstellung eröffnet. Und ich darf dabei sein mit meinem Werk OROGHAME. Wunderbar! Bereits im April hatte ich die Zusage bekommen.

















Am Samstag bin ich nach Heidelberg gefahren,. Dieses Mal war es sehr komfotabel, denn Marina Fleer aus Wuppertal, die ebenfalls an der Ausstellung mit einem Bodenobjekt teilnimmt, hat mich freundlicherweise eingepackt. Nach vier Stunden ruhiger Fahrt kamen wir dann in Ziegelhausen an. Die Taschen waren schnell ausgepackt und der Wunsch nach einem Kaffee oder Tee wurde lauter. Durch Zufall haben wir meine Freundin Judith getroffen und uns in Ermangelung eines Cafés in der warmen Herbstsonne gleich neben ihrem Wohnmobil gemütlich gemacht. Einige Zeit später folgte noch ein gutes Abendessen, sodass wir für den nächsten Tag gut vorbereitet waren.

Am nächsten Morgen ging es dann bereits um 10.00 Uhr zum Museum. Ich hatte die Möglichkeit, in Ruhe Aufnahmen zu machen, aber wie das manchmal so ist, trifft man doch schon nette Leute und dann ist eine Unterhaltung oder ein kleines Gespräch wichtiger als die Fotos. So finden Sie hier und auf Instagram – dort habe ich auch noch drei Videos eingestellt –  eine Auswahl. Am besten ist es aber, diese Ausstellung zu besuchen, denn die Originale sind durch nichts zu toppen. Sie fordern heraus, beleuchten das Kunstobjekt Quilt wieder einmal von vielen Seiten und lassen sicherlich viele interessante Diskussionen zu.

Im Pressetext heiĂźt es:


“ AuĂźergewöhnliche Zeiten erfordern besondere MaĂźnahmen, bringen meist aber auch exzeptionelle Ergebnisse hervor. So musste dieses Jahr im März die Jury der 8. Europäischen Quilt-Triennale online tagen, um die Juroren aus Norwegen, Tschechien, der Schweiz und Deutschland zusammenzubringen…

Nahezu alle TeilnehmerInnen hatten sich mit ungeheurer Kreativität und Herzblut dem Wettbewerb in diesenAusnahmezeiten gestellt. Eine deutliche Qualitätssteigerung und mehr Tiefgang waren im Vergleich zufrüheren Triennale-Bewerbungen festzustellen, aber auch das Anliegen, Hoffnung und Lebensfreude mit den Objekten zu vermitteln. Rund 40% der 159 Einsendungen aus 17 europäischen Nationen stammten von BewerberInnen mit (semi)professionellem künstlerischem Background, was ein Novum darstellt. 

Aufgrund der allgemeinen, pandemiebedingten Umstände fiel es der Jury noch schwerer als sonst, die Anzahl der Bewerbungen auf etwas weniger als ein Drittel zu reduzieren, und sie versuchte dabei, der besonderenSituation aller Rechnung zu tragen. Sie traf eine Auswahl von 50 Exponaten aus 15 europäischen Ländern, erfreulicherweise erstmals auch aus Griechenland, Polen, der Slowakei und Rumänien. Die hohe künstlerischeQualität der Triennale scheint sich folglich auch in Osteuropa herumgesprochen zu haben, woran sicherlich die Präsentation der vergangenen Triennale 2019 in Haslach während der Konferenz des European TextileNetworks einen erheblichen Anteil haben dürfte. Auch der Anteil jüngerer BewerberInnen hat merklich zugenommen, eine ebenfalls erfreuliche Tendenz.

An die 31jährige Paulina Sadrak, Kunstabsolventin aus Lodz, erging der Preis fĂĽr talentierte junge NachwuchsquilterInnen fĂĽr das Werk „9×11“, einer transparenten delikaten Farbstudie aus Maschinenstickerei mit dem Gesamteindruck eines zerschlissenen Patchworksquilts.












Den Preis für Innovation im großen Format erkannten die Juroren der mit 26 Jahren ebenfalls jungen Ungarin Dóra Márföldi für „Quicky“ zu: einem Upcycling-Objekt, dessen Oberflächendesign und Handquilting den Naturmaterialien mit Gebrauchsspuren eine gewisse Noblesse verleihen und die Verbindung zur Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks herstellen.


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Zwei Objekte waren im Ranking für den Doris Winter-Gedächtnispreis gleichwertig; daher entschied sich dieJury, erstmalig diesen mit € 5.000 dotierten Preis zu teilen, der gleichermaßen an die beiden Schweizerinnen Rita Merten und Heidi König ging. Trotz der großen Unterschiede, wie z.B. Zweidimensionalität contra Dreidimensionalität, haben beide Objekte den spürbaren Willen, eine positive Botschaft zu übermitteln, gemeinsam.

„Physical Distancing“ von Rita Merten versucht die sozialen Verbindungen und die symbolischen Hoffnungen der Menschen in Zeiten des Corona-Lockdowns mit der Maschine emotional und kreativ nachzuzeichnen. In vielschichtiger, anrührender, aber auch heiterer Manier entstand so ein Quilt im Zeitgeist.







Auch Heidi König wollte expressis verbis „den täglichen Informationen und Gedanken rund um Covid-19, Lockdown, Krankheit, Homeoffice etc. … etwas „kunterbuntes“, fröhliches entgegensetzen.“ Die DurchbrĂĽchedieses 3D-Objektes lassen das Kunstwerk je nach Standpunkt des Betrachters anders erscheinen und rĂĽcken es damit in die Tradition kinetischer Kunst; das Spiel mit den traditionellen Motiven von Quadrat und Kreis folgt den Regeln des Patchworks und bricht diese gleichzeitig in cleverer Art und Weise.“













Hier noch einige EindrĂĽcke aus dem Museum:



Ich hatte schon im Vorfeld das Vergnügen, die Arbeiten ohne Distanz zu betrachten, denn gemeinsam mit Judith Mundwiler, die auch in der Jury war und Dr. Kristine Scherer, ebenfalls Jurymitglied, habe ich die Ausstellung vor vier Wochen gehängt. Von Dienstagsnachmittag bis Freitagmittag waren wir damit beschäftigt, jeder Arbeit einen passenden Platz zuzuweisen. Immer wieder wurde abgewogen, noch einmal umgehängt oder auch neu inszeniert. Zum Schluß waren wir mit der gemeinsamen Arbeit sehr zufrieden. Wir hoffen, Sie auch!





Ausstellungsort: Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8 · 69118 Heidelberg-Ziegelhausen

Dauer der Ausstellung: 10. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Ă–ffnungszeiten: Mi, Sa, So 13-18 Uhr
Sondertermine fĂĽr Gruppen nach Vereinbarung

Eintritt: € 2,50 / 1,50 / 0,50
Führungen: € 46,- (bis 25 Personen) zzgl. € 1,50/Person

Katalog 15,00€

Weitere Informationen
Textilsammlung Max Berk · Kurpfälzisches Museum
Tel.: 06221/800317, Fax: 06221/584699050
e-mail: kmh-textilsammlung-max-berk@heidelberg.de
www.museum.heidelberg.de



Text und Bilder sind im Einverständnis mit dem Museum veröffentlicht