Die Sprache der Erde

Auf Reisen, Die Sprache der Erde, Poetisches

Aus dem Projekt „Unter meinen FĂŒĂŸen“ – ich habe letze Woche an dieser Stelle den Katalog dazu vorgestellt – entwickeln sich neue Wege. Die Untersuchungen und Ausarbeitungen bringen Ideen, die zu einem neuen Titel fĂŒhren:

Die Sprache der Erde



Die kleinen Stickereien – fĂŒr jede Erde eine – , die ich im letzten Blog gezeigt habe, möchte ich erst einmal nicht weiter behandeln. Ich weiß noch nicht, ob ich sie jeder Erde direkt zuordne oder ob ich sie als Ganzes prĂ€sentieren möchte. Es kommt auch darauf an, wie sich alles weiterentwicklet und wo ich die Ergebnisse prĂ€sentieren kann.

Mir ist allerdings klar geworden, dass ich das Projekt auch mit Sprache in Verbindung bringen möchte. In den vergangenen Jahren habe ich meine Gedanken zu meinen Projekten und Werken hÀufig in Gedichtform niedergeschrieben. Einige dieser Texte sind auf der Webseite und auch in verschiedenen Katalogen zu finden. Ich möchte jeder Erde ein Gedicht schreiben und mich dabei besonders an die SpaziergÀnge und die Fundorte erinnern. Aber wie gehe ich vor?

NatĂŒrlich findet man im Internet reichlich Anleitungen zum Gedichteschreiben. Mich interessieren Gedichtformen des deutschsprachigen Raums. Ich besinne mich auf ein Buch in unser Bibliothek: „Wasserzeichen der Poesie oder die Kunst Gedichte zu lesen“ von Andreas Thalmayr. In 164 Spielarten werden Gedichtformen vorgestellt.

Eine Fundgrube – allerdings nicht fĂŒr mich. Ich suche nach Einfachheit, nach Klarheit. Wie sieht die Lyrik in anderen LĂ€ndern aus? Ich gehe nach Afrika. Ich liebe diesen Kontinent, besonders Schwarzafrika. Da werde ich auch erst einmal nicht fĂŒndig.

Auf eine lĂ€ngeren Bahnreise kommt mir dann das Haiku in den Sinn. Die aus Japan stammende Gedichtform wird mittlerweile weltweit gelesen und formuliert. Die Regeln? Das Gedicht besteht aus drei Zeilen. mit 5 – 7 – 5 Silben. Die zweite Zeile ist die lĂ€ngste und die dritte Zeile bringt eine Überraschung. Das Gedicht befasst sich mit der Gegenwart, dem Augenblick, mit der Natur, den vier Jahreszeiten, einer Person oder einem Objekt. Mittlerweile werden Gedichte in dieser Form weltweit geschrieben, die Regeln werden frei interpretiert.

Ich habe auf der Reise Zeit und beginne aus Spaß die aktuelle Situation mit Haikus zu beschreiben. Ich möchte Sie Ihnen an dieser Stelle vorstellen.

P.S. mein eigene Regel besagt, daß ich in der ersten Zeile 3 in der zweiten 5 und in der dritten 3 Silben benutzen darf. Eine Herausforderung!!!







Gehe fort
schweres GepÀck fest
in der Hand







Auf dem Weg
zarter Blick auf den
kleinen Spatz






Halte inne
Dorf in der Ferne
Nebeltuch






Warmes Licht
Leises Rufen am
Kranichteich






Wort suchend
gestickte PrÀsenz
nah bei Dir






Soweit meine ersten Haikus. Ich hoffe, sie gefallen Ihnen ein wenig.

Die Fotografien zeigen den Teil eines Wespennests, dass ich gestern auf einem Spaziergang vor meinen FĂŒĂŸen gefunden habe. Es liegt nun auf dem KĂŒchenschrank und muss erst einmal richtig gut durchtrocken Es ist einfach faszinierend, wie die Natur gestaltet.