Farbforschungen – Unter meinen Füßen

Farbforschung






Nach der Seidenmalerei habe ich mich im Bereich der Farbe erst einmal industriell gefärbten Stoffen zugewandt. Ich habe insbesondere mit Wildseide gearbeitet. Die Farben dieser Stoffe sind für mich immer noch unvergleichlich strahlend und schön.

Gleichzeitig habe ich mich aber auch immer mehr für die ökologischen Aspekte des Stofffärbens interessiert und informiert. Sensibilisiert für dieses Thema war ich schon durch meine eigenen Färbeversuche in meinem Studium aber auch durch entsprechende Berichte in Fachzeitschriften. Ausserdem hatte der Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 eine große Bedeutung für mich. Sein Titel: Die Grenzen des Wachstums. 1980 erschien die amerikanische Umweltstudie „Global 2000“, die im gleichen Jahr auch in Deutschland beim Verlag 2001 veröffentlicht wurde. Eine dicke Schwarte, durch die ich mich nicht in aller Umfänglichkeit durchgearbeitet habe, die mir aber noch einmal zu diesem Zeitpunkt sehr deutlich vor Augen geführt hat, wo die Reise des Planeten hingehen kann.

Diese Berichte haben bei mir dazu geführt, meine Vorgehensweisen als Künstlerin ebenfalls zu überdenken. Ich hatte die Idee, sämtliche Farben aus meinem Repertoire zu streichen, also auch industriell gefärbte Stoffe. Ich versuchte mich weiter schlau zu machen und fand über den Weg von Kleinanzeigen und Berichten in der Fachzeitschrift „TEXILFORUM“ Anbieter#innen von pflanzengefärbten Stoffen und von Stoffen, die in ihrer Naturfarbe belassen wurden. Internet gab es da ja noch nicht. Eine dieser Adressen war Anita Pletsch heute Anita Pavani. Sie bot aussergewöhnliche, herausragende und wahnsinnig interessante „Stoffe aus Naturfasern“ an. Ich hatte ihre Musterkarten abonniert und war immer wieder fasziniert von den fantastischen Angeboten. Leider haben die Preise nicht an einen künstlerischen Einsatz denken lassen, aber Leinen habe ich mir trotzdem gegönnt.






Ganz so konsequent wie geplant war ich dann doch nicht. Farben haben bis zum Jahr 2012 weiterhin eine große Rolle in meinen Arbeiten gespielt. Erst dann entschloß ich mich, altes Material zu nutzen, also in erster Linie Leinen, sogar auf altes Stickgarn zurückzugreifen. Diese Reduktion hat mich fasziniert und inspiriert. Es folgten lange Jahre, in denen ich nur mit diesen Farben, also mit Naturtönen, Rot und Schwarz gearbeitet habe. Das war und ist ein Hauptweg. Natürlich gibt es auch Nebenwege und einer war der Einsatz von Neonfarben. Ich habe mich gewundert, wieviel Material ich schon in dieser Richtung gesammelt hatte, bevor ich mit Judith Mundwiler ein gemeinsames Projekt zu diesem Thema angegangen bin. Es war für mich inspirierend, neben den natürlichen Materialien diese besonderen Farben einzusetzen, denn sie sind ein ganz klares Statement der Neuzeit. Sie fanden bei mir als Acrylfarben, als Stoffmalfarben, als Stoffe und Garne ihren Einsatz.


























Und nun stehe ich an der Schwelle einer möglicherweise neuen Entwicklung. Ich setze mich verstärkt mit besonderen Pigmenten auseinander und führe dazu gerade eine Reihe von Untersuchungen durch. Mehr möchte ich nicht verraten, denn ich befinde mich gerade in einem sehr spannenden Prozess, den ich nicht schon an dieser Stelle ausführlich beschreiben kann. Dazu läuft einfach zu vieles parallel ab.






Vielleicht ist es aber für Sie interessant, mehr zum Thema Farbpigmente zu erfahren. Dann entdecken Sie doch die Welt der Kremer Farbmühle in Deutschland. Diese Mühle hat weltweit einen herausragenden Namen für ihre exzeptionellen Pigmente.






An anderer Stelle ist mir in dieser Woche auch noch eine besondere Auseinandersetzung mit dem Thema Pigmente aufgefallen. Gudrun Heinz beschreibt in ihren neuen Ausstellungsberichten die Arbeit des Malers Ty Waltinger.
Er sammelt nicht nur alte, besondere und ausgefallene Pigmente, sondern verarbeitet sie auf außergewöhnliche Art und Weise. Nachlesen könne Sie das hier.





Es ist ein faszinierendes Thema, von dem Sie an dieser Stelle sicher noch mehr lesen werden. Die abgebildeten Farben kann man bei uns in unseren Arbeitsräumen finden.