Farbforschungen!

Farbforschung






Farbe spielt in allen gestalterischen BetĂ€tigungsfeldern eine große Rolle. So natĂŒrlich auch in dem, was ich tue. Solange ich denken kann, also schon als kleines Kind, waren mir meine Farbstifte und mein kleiner Farbkasten sehr wertvoll. Ich bin so sparsam wie möglich mit den Farben umgegangen, denn ich wußte, es wĂŒrde so schnell keine neuen geben. Außerdem gab es auch gar nicht so viel Papier, daß ich wirklich umfangreich mit den Farben hĂ€tte arbeiten können. Es waren halt noch andere Zeiten.

In der Schule kam der Schulfarbkasten dazu. Mein ganzer Stolz waren allerdings meine Plakafarben, die ich mit dreizehn Jahren geschenkt bekam. Da habe ich mehr und mehr mit gearbeitet, die waren auch nicht sofort aufgebraucht – immerhin hatte ein Töpfchen Farbe 50 ml Inhalt – und ich konnte es mir leisten, von meinem Taschengeld oder auch von meinem ersten selbstverdienten Geld gewĂŒnschte Farben nachzukaufen. Ich hatte mit 14 Jahren begonnen im Krankenhaus Sonntagsdienst zu leisten. Dieser Dienst wurde auch mit einem kleinen Betrag vergĂŒtet, der dann fĂŒr Farben eingesetzt wurde. Allerdings hatten meine Eltern auch da ein Auge drauf, daß die Anschaffung von neuen Farben im Rahmen blieb.

Ich hatte großen Spaß an den Bildern der Impressionisten. Die entdeckte ich zum ersten Mal in unserem Universallexikon zu Hause. Als ich dann zum Gymnasium ging, war es mir auch möglich in der StadtbĂŒcherei, die neu in unserem Vorort eingerichtet worden war, KunstbĂŒcher auszuleihen. Auch da standen zu Anfang die Impressionisten im Vordergrund. Nach und nach habe ich dann viele weitere Kunstrichtungen auf diesem Weg kennengelernt.

Zu Hause war meine Mutter besonders an Malerei und Zeichung interessiert. Ich denke, sie war da selbst sehr talentiert. Ich kann mich noch heute an zwei Bilder erinnern, die sie mit meinem Bruder fĂŒr die Schule geplant und zum großen Teil auch gemalt hat. Leider hatte sie sonst keine Möglichkeit, ihr Talent zu entwickeln. Als mein Bruder und ich sie in spĂ€teren Jahren wieder auf diesen Weg bringen wollten, war das Interesse verloschen.

Zu Weihnachten bekam sie die damals sehr wertvollen Dumont-KunstbĂ€nde geschenkt. Da konnte ich mir zum ersten Mal ein umfangreiches Bild machen von Arbeiten von Picasso, Paul Klee und Juan Miro. Ehrlich gesagt, DĂŒrer und andere GrĂ¶ĂŸen aus anderen Jahrhunderten waren nicht so mein Ding.

Ich habe immer sehr viel in der Freizeit gemalt. Da entstanden viele Bilder ĂĄ la Vaserely. Das Ausmalen mit sehr differenzierten Farbtönen war das GrĂ¶ĂŸte fĂŒr mich. So habe ich mich schon sehr frĂŒh mit Farbmischungen in jeder Hinsicht auseinandergesetzt und mein Auge war geschult in der feinsten Differenzierung von Mischtönen.

Wie die Entwicklung weiterging und wie meine Auseinandersetzung mit Farben ihren Weg nahm, werden Sie in loser Folge hier in meinem Blog lesen.