Jack Lenor Larsen!!!

Entdeckungen



Meine GĂŒte, ich habe gerade wieder einmal einen Ritt ĂŒber die Dörfer gemacht wie man bei uns so schön sagt. Eigentlich wollte ich ĂŒber ein Buch schreiben, in dem ein Sammlerehepaar unter die Lupe genommen wird, besser gesagt, ihre Sammlung an herausragendem Kunsthandwerk und an Kunst. Diese Sammlung hat vor langen Jahren ein Zuhause erhalten, das einfach bemerkenswert ist. Ich möchte aber gar nichts weiter zu diesem Buch verraten, denn es könnte sonst zu kurz kommen und das möchte ich auf keinen Fall. Ich bin von dieser Veröffentlichung so inspiriert, daß ich mir vorstellen könnte, einmal im Monat einen KĂŒnstler oder eine KĂŒnstlerin daraus vorzustellen. Vielleicht schaffe ich es ja, das wĂ€re toll, denn so könnte ich meine Begeisterung noch mit Ihnen, meine lieben Leserinnen, nur zu gerne teilen.

In diesem Buch schreibt ein Designer einen kurzen Beitrag, Jack Lenor Larsen. Ja, der Name ist mir bekannt und das in vieler Hinsicht. Ich habe doch noch BĂŒcher, an denen er mitgewirkt hat und die fĂŒr mich sehr wichtig waren in meiner eigenen Entwicklung. Dazu zĂ€hlt:





The art fabric: mainstream herausgegeben von Mildred Constantine und Jack Lenor Larsen

Dieses Buch versucht einen Überblick ĂŒber die Textilkunst zu geben. Es beginnt mit einem Überblick ĂŒber diese spezielle Kunst mit Beginn des 20. Jahrhunderts und verfolgt den roten Faden bis in die siebziger Jahre. Faszinierende Fotos, hervorragende Texte, ĂŒber die man heute noch gut diskutieren könnte und KĂŒnstlerInnen, die fĂŒr mich noch heute faszinierend sind.

Das Buch ist auch noch erhÀltlich. Zur damaligen Zeit hat es mich ein Vermögen gekostet.

Das zweite Buch trĂ€gt den Titel: Interlacing – the Elemental fabric aus dem Jahr 1986. Dies hat Jack Lenor Larsen mit Betty Freudenheim herausgegeben. Es geht im weitesten Sinne um Verflechtungen… um Traditionen und neue Ausdrucksweisen in diesen textilen Techniken. Auch in diesem Buch gibt es vieles, was ich mir immer wieder angeschaut habe und das auch heute noch mein Herz erfreut.

Und dann ist da noch das Buch Jack Lenor Larsen – Creator and Collector aus dem Jahr 2004. In dieser Veröffentlichung wird die gesamte Bandbreite dieses Gestalters gewĂŒrdigt. Es handelt sich um eine Publikation zu einer Ausstellung im Museum for Art and Design in New York.

Geboren wurde er 1927 in Seattle. Seine Eltern waren Kanadier dĂ€nisch-norwegischer Abstammung. An der School of Architecture an der University of Washington erwachte sein Interesse an Weben, Möbeldesign und Innenarchitektur. Er wurde im Weben ausgebildet. 1949 eröffnete er ein Studio in Seattle. Es begann eine beispiellose Karriere als internationaler Textildesigner, Sammler exquisiten Kunsthandwerks und als Autor. Er hat tausende von Stoffen erschaffen, die richtungsweisend fĂŒr das moderne Textildesign war. Bildbeispiele finden Sie auf meiner Pinterestseite.

Larsens Werke befinden sich in den Sammlungen bedeutender Museen auf der ganzen Welt, und er ist einer von nur zwei Designern, denen 1981 eine Ausstellung im Palais du Louvre gewidmet war, in der eine Retrospektive seiner Werke gezeigt wurde. 1969 war Larsen Co-Kurator von Wall Hangings, einer Textil- und Faserkunstausstellung im Museum of Modern Art in New York. Seine textilen Exponate sind Teil der stÀndigen Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Art Institute of Chicago, des Musée des Arts Décoratifs im Louvre in Paris und des Victoria and Albert Museum in London. Einige der privaten Sammlungen seiner Werke befinden sich im Haus Fallingwater des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright und im Miller-Haus des finnisch-amerikanischen Architekten Eero Saarinen.

Er war nordamerikanischer Berater fĂŒr die Biennale in Lausanne, VizeprĂ€sident der Haystack Mountain School of Crafts, und seit 2015 TreuhĂ€nder und Ehrenvorsitzender. 2015 wurde er mit einem Fellowship der Textile Society of America ausgezeichnet.

Bemerkenswert ist die Entwicklung und Erbauung seines LONGHOUSE. Es befindet sich auf einem 16 Hektar großen GrundstĂŒcks in East Hampton, NY.





Der Designer glaubte, dass Besucher, die Kunst in WohnrĂ€umen erleben, eine einzigartige Lernerfahrung machen – bedeutungsvoller als die besten Medien. Inspiriert von dem berĂŒhmten japanischen Schrein in Ise, umfasst LongHouse 13.000 Quadratmeter und 18 RĂ€ume auf vier Ebenen. Die GĂ€rten prĂ€sentieren die gestaltete Landschaft als Kunstform und bieten eine Vielfalt von Standorten fĂŒr die Skulptureninstallationen. Da schlĂ€gt doch jedes Herz höher.














Ich habe in meinen BĂŒchern von und ĂŒber ihn noch einen Artikel aus der Zeitschrift Architektur und Wohnen aus dem Jahr 2005 gefunden. Daraus darf ich die Bilder aus den RĂ€umen des Longhauses zeigen, die von der Fotografin BĂ€rbel Miebach stammen. Da wĂŒrde ich doch gerne einmal MĂ€uschen spielen und mir alles, aber wirklich alles ganz genau anschauen. Da braucht man Zeit, aber wenn die Bilder schon einen so herrlichen Eindruck vermitteln, wie mag es dann erst einmal sein, wenn man wirklich in diesen RĂ€umen weilen darf.

Jack Lenor Larsen ist im vergangenen Dezember in diesem seinen LONGHOUSE im Alter von 93 Jahren gestorben.

Mehr zu ihm und seinem Werk finden Sie hier:

Larsenworld

longhousereserve.org.

https://www.larsenfabrics.com/

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Mit NĂ€hgarnröllchen kennen wir uns doch aus, oder? Da ist das Nachzeichnen doch gar nicht so schwer…





Bis bald!