
Geboren 1956 in Essen
1976-1981
Studium an der Universität – Gesamthochschule Essen
Kunst ( bei Matthias Kohn, Hermann Sturm u.a.)
Textile Kunst ( bei Martel Wiegand und Eva Thomkins)
Erziehungswissenschaften 1. Staatsexamen
1983 2. Staatsexamen
seit 1980 Ausstellungstätigkeit
seit 1989 selbstständig als Künstlerin, Autorin und Dozentin
Meine Werke sind Gedanken über das Leben. Sie sprechen von Verletzlichkeit, Stille, Trauer, Schönheit, Widerstandsfähigkeit, Geduld, Sehnsucht und Zeit – durch die Wahl der Materialien, Techniken und Farben. Sie können helfen, mit dem umzugehen, was in dieser Welt geschieht und wovor wir uns oft zurückziehen möchten.
Ich arbeite mit der Hand, mit einfachen Werkzeugen, reduzierten Farben und vertrauten Formen. Nadel, Faden und Stoff – mehr brauche ich nicht. Damit knüpfe ich an die Ursprünge der Menschheit an. Meine Materialien, gesammelt oder wiederverwertet, tragen ökologische und kulturelle Bedeutung. Ein altes Leinentuch, das entsorgt werden soll, erinnert mich an die jahrhundertealte, aufwendige Herstellung, die nötig ist, um diesen kostbaren Stoff zu schaffen. Diese Wertschätzung geht heute oft verloren. Durch Wiederverwertung und die Befreiung von einer Funktion möchte ich sie neu entfachen. Diese Umgestaltung kann vielleicht eine Bewusstseinsveränderung anstoßen – von großer Bedeutung für unsere Zukunft.
Ich entdecke die Erfüllung in wiederkehrenden Abläufen – im Ritual, Stich für Stich zu setzen. Ich überlasse mich bewusst der Langsamkeit. Ich bin keine Produzentin von Kunstwerken. Dieses Wort, aus dem Industriezeitalter entlehnt, steht für Herstellung in Serie, für Design ohne Tiefe. Diesen Weg bin ich nie gegangen.
Wir leben in einer Zeit der Krisen: Krieg, Vertreibung, die Akzeptanz von Despoten, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, hemmungsloser Individualismus und die Freiheit des Einzelnen als Dogma der Moderne. Ich versuche, diesen Herausforderungen mit leisem Engagement zu begegnen, indem ich meine Gedanken, Zweifel und Fragen auf diese Weise ausdrücke. Antworten erwarte ich kaum – nur das Bemühen, eine neue Lebensidee anzustoßen.
Die Suche nach meinen Wurzeln, das Verhältnis zu den Mitmenschen und zur Welt begleiten mich seit Beginn meiner künstlerischen Arbeit. Anfangs kaum bewusst, habe ich meine Schritte gedanklich wie handwerklich stetig vertieft. Immer stärker widmete ich mich der Frage nach dem Ursprung. Eine endgültige Antwort habe ich noch nicht gefunden – vielleicht werde ich sie nie finden. Doch ich spüre, dass ich auf dem Weg bin.