In dieser hektischen „stillen“ Zeit möchte ich Ihnen von einer Zusammenarbeit berichten, die fĂŒr alle, die daran beteiligt waren, sicherlich etwas Besonderes war.
Pastor GĂŒnter Gödde, Pfarrerin Wenke Bartholdi und die Gemeindereferentin Myriam Gerling haben sich im Kruppkrankenhaus in Essen-Steele dafĂŒr stark gemacht, einen sogennanten Verabschiedungsraum einzurichten. Dieser Raum ist ein Ort, an dem Angehörige und andere nahestehende Personen in Ruhe und unabhĂ€ngig von Herkunft und Religion von einem Toten Abschied nehmen können. Es wurde mit groĂer Sorgfalt ein Raum, den das Krankenhaus zu VerfĂŒgung stellen konnte, ausgestaltet. Dabei ist sowohl die Farbgebung als auch die dezente Möbelierung und Lichtgebung sehr sensibel ausgewĂ€hlt worden.
Auf der Suche nach einem bildnerischen Akzent kam Frau Gerling auf die Idee, bei mir anzufragen. Sie hatte meine Hefte gesehen und kannte auch meine TĂ€tigkeit als Kursleiterin und KĂŒnstlerin. Es wurde ein Treffen bei mir geplant, an dem ich Arbeiten zeigen konnte, die meiner Meinung nach Potential hatten, diesen Raum und seine Aufgabe zu unterstĂŒtzen. Wir wurden schnell fĂŒndig. Auf mein Werk „Zeitgleich“ fiel die Auswahl.

NatĂŒrlich galt es nun, abzuwĂ€gen was möglich ist. Die finanzielle Seite war die eine Sache, die andere, wie das Kunstwerk im Raum wirken wĂŒrde. Ein Treffen im Krankenhaus wurde vereinbart und die Arbeit im Raum begutachtet. Wir waren alle vier der Ansicht, daĂ es sowohl inhaltlich als auch gestalterisch hervorragend passen wĂŒrde. Einige VerĂ€nderungen mussten noch vorgenommen werden, aber dann sollte es doch klappen.

So konnte die Arbeit im Oktober an den gewĂŒnschten Platz gehĂ€ngt werden. Drei kleine gerahmte Werke haben in Korrespondenz zum groĂen einen Platz ĂŒber dem Totenbett gefunden.

Es war eine gute Zusammenarbeit und ich freue mich sehr, daĂ mein Werk in diesem Raum seinen Platz gefunden hat. Gibt es eine bessere Aufgabe, als mit der Kunst Trost zu spenden und Hoffnung zu geben?
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Pressestelle des Krankenhauses zur VerfĂŒgung gestellt.